Seit drei Jahren lebt Julian Assange, der Gründer von Wikileaks, in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er Asyl beantragt hat. Jetzt hat die Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen zu willkürlichen Inhaftierungen („Working Group an Arbitrary Detention“, kurz WGAD) einen Bericht vorgelegt und die Festsetzung kritisiert, da sie gegen internationale Konventionen verstoße. Und zwar bereits rückwirkend bis ins Jahr 2010, als Assange in Großbritannien für zehn Tage in Isolationshaft musste. Die WGAD hat die Regierungen von Schweden und Großbritannien aufgefordert, Assange Reisefreiheit zu ermöglichen: The Working Group on Arbitrary Detention Deems the deprivation of liberty of Mr. Julian Assange as arbitrary.
Aus dem Bericht:
The Working Group considered that Mr. Assange has been subjected to different forms of deprivation of liberty: initial detention in Wandsworth prison which was followed by house arrest and his confinement at the Ecuadorian Embassy. Having concluded that there was a continuous deprivation of liberty, the Working Group also found that the detention was arbitrary because he was held in isolation during the first stage of detention and because of the lack of diligence by the Swedish Prosecutor in its investigations, which resulted in the lengthy detention of Mr. Assange. The Working Group found that this detention is in violation of Articles 9 and 10 of the UDHR and Articles 7, 9(1), 9(3), 9(4), 10 and 14 of the ICCPR, and falls within category III as defined in its Methods of Work.
Spiegel-Online zitiert ein Mitglied:
Die Festsetzung verstoße gegen internationale Konventionen. Die Arbeitsgruppe „sieht die verschiedenen Formen der Freiheitsberaubung, denen Julian Assange ausgesetzt wurde, als eine Form der willkürlichen Inhaftierung an“, erklärte deren Vorsitzende, der südkoreanischen Experten für internationales Recht Seong-Phil Hong.
Der Bericht des WGAD, der dem UN-Menschenrechtsrat unterstellt ist, ist nicht-bindend, aber Großbritannien muss schriftlich antworten. Großbritannien argumentiert wiederum damit, alles sei rechtens und die Bewachung der Botschaft durch Polizisten wäre notwendig, weil es einen europäischen Haftbefehl gegen Julian Assange geben würde.
Bei Tagesschau.de gibt es einen Chronologie der Ereignisse seitdem Assange Asyl in der Botschaft gesucht hat.
Die Seite justice4assange hat einen Factchecker für die Berichterstattung zu dem Fall.
